Berufsfeuerwehrtag 2014

Vom 23.05.-17:00 bis 24.05.-17:00 Uhr - wurde unsere Jugendfeuerwehr gefordert.

 

 

Unser Jugendwart hatte sehr gute Arbeit geleistet.

 

Am Ende gab es eine Abschlussübung mit den Feuerwehren Allendorf, Buchenau, Elmshausen und dem THW aus Biedenkopf. Im Laufe der Woche gibt es jede Menge Bilder, einen ausführlichen Bericht und vielleicht auch ein kleines Video von dem schönen Wochenende.

Die Feuerwehr Dautphetal-Elmshausen bedankt sich bei allen die dabei waren.

 

Ausführlicher Bericht vom Berufsfeuerwehrtag 2014

Zum ersten Mal veranstaltete die Jugendfeuerwehr Elmshausen in diesem Jahr einen Berufsfeuerwehrtag. Das Ziel der Veranstaltung  ist, 24 Stunden des Arbeitsalltages eines Feuerwehrmannes zu simulieren und so den Kindern und Jugendlichen einen Einblick in die Aufgaben und Abläufen zu geben.  Neben Schulungen und Übungen stehen auch „Einsätze“ auf dem Plan, von denen die Teilnehmer allerdings nichts wissen, um sie möglichst realistisch dazustellen.

Los ging es am Freitag, den 23. Mai um 17:00 Uhr. Nachdem der Ablaufplan besprochen wurde ging es gemeinsam ins das Bürgerhaus, da die Jugendlichen dort ihr Nachtlager mit Hilfe von Feldbetten des THW Biedenkopf  aufschlugen. Noch während der Aufbauphase ertönte zum ersten Mal der deutlich zu hörende Alarmton. Im Laufschritt ging es in den Jugendfeuerwehrraum,  wo schnell die Einsatzkleidung angezogen werden musste. Danach liefen die Jugendfeuerwehrkinder zum TSF- W und MTW. Nachdem alle Plätze besetzt waren, ging es los Richtung Einsatzstelle.

Gemeldet war ein Autounfall im Bereich des „Stockackers“. Beim Eintreffen wurde die Lage sehr schnell analysiert. Ein Autofahrer hat die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war frontal gegen einen Baum gefahren, wobei der PKW Betriebsstoffe verloren hatte.

Schnell machten sich die Jugendlichen ans Werk. Zwei Helfer begaben sich sofort in Richtung des leicht verletzten Fahrers. Dieser musste aus seinem Auto befreit und anschließend erstversorgt werden. Währenddessen kümmerten sich Ihre „Kollegen“ um die Ölspur, bestehend aus Speiseöl und Kakaopulver. Mithilfe von Sägespänen wurde das Problem schnell behandelt und so der Einsatz abgeschlossen.

Zurück im Feuerwehrhaus kümmerte sich die Mannschaft gemeinsam um das Abendessen.  Anschließend begaben sich alle zum TSF- W, um dort die Kenntnisse über das eigene Fahrzeug zu überprüfen. Noch während der Erklärungen, etwa um 20:15 Uhr, ertönte ein weiteres Mal der Alarm. Gemeldet war diesmal eine vermisste Reiterin, die nicht von ihrem Ausritt im Wald zurückgekommen war. Dadurch, dass während des ersten Einsatz schon ein wenig Erfahrung gesammelt wurde, ging das Umziehen nun noch schneller, sodass schnell Richtung Kernbach aufgebrochen werden konnte.

Ein einzelner, verlorener Sattel diente der Jugendfeuerwehr als Anhalts – und Startpunkt für die Suche. Nach einer kurzen Absprache wurde sich geeinigt, eine Kette mit zehn Metern Abstand zwischen den einzelnen Suchenden zu bilden und anschließend den Wald hinauf zu gehen. Bereits nach kurzer Zeit meldete sich ein Jugendlicher, da er die Reiterin gefunden hatte. Schnell kamen weitere Mitglieder hinzu, wodurch die Vermisste aus dem Wald getragen und so dem Rettungsdienst übergeben werden konnte. Somit war auch dieser Einsatz abgehandelt.

Wieder im Feuerwehrhaus stand eine Schulung auf dem Plan. Dabei ging es um die „technische Hilfeleistung“, die die Jugendlichen ja bereits in einem Einsatz anwenden mussten.
Im Anschluss war ein gemütliches Ausklingen des Tages geplant. Mit einem Film im DVD- Player wurde es langsam ruhiger und alle konnten sich entspannen.  Doch schon bald wurde diese Ruhe ein weiteres Mal von den heulenden Sirenen unterbrochen. Um 22:25 Uhr wurde ein unklarer Feuerschein in der Nähe der Schutzhütte gemeldet.

Vor Ort stellte sich heraus, dass ein kleines Gartenhäuschen Feuer gefangen hatte. Während ein Trupp die Wasserversorgung aufbaute, wobei sie das Wasser dem Auto entnahmen, baute ein weiterer Trupp Lichtmasten auf, da die Dunkelheit mittlerweile eingesetzt hatte. Schnell konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden, wodurch der Einsatz nach etwa 40 Minuten als beendet erklärt werden konnte und die Mannschaft zurück in die Unterkunft fuhr.

Dort wurde zunächst der bereits angefangene Film zu Ende geschaut, diesmal ohne Unterbrechung. Gegen 24:00 Uhr war dann Nachtruhe angesagt, auch wenn einige der Jugendfeuerwehrkinder in der Erwartung eines weiteren Einsatzes kaum ein Auge zu bekamen. Doch dieser blieb zunächst aus. Um 7:00 Uhr am Morgen war dann aber die Nacht vorbei. Wieder ertönte das Alarmsignal und die Jugendlichen mussten sich aus ihren Schlafsäcken befreien, um zum Einsatz anzutreten.

Eine Autofahrerin hatte Rauchentwicklung im Wald Richtung Allendorf gemeldet. Im beschriebenen Gebiet angekommen stiegen die Jugendlichen aus und überprüften die Lage. Nach Rücksprache mit der Einsatzleitung wurde festgestellt, dass es sich bei dem vermeintlichen Rauch  nur um Wasserdampf, verursacht durch den abendlichen Regen, handelte.

Zurück in der Unterkunft stand Frühsport auf dem Plan, gefolgt von einer Schulung zum Thema „tragbare Leitern“.  In diese Zeit fällt der mittlerweile fünfte Einsatz. Gemeldet wurde ein Wohnhausbrand in der Rosenstraße. Dort angekommen stellte sich heraus, dass ein Wohnhaus brannte sowie eine verletzte Person auf dem angrenzenden Balkon lag. Des Weiteren hatte die Wiese neben dem Haus ebenfalls Feuer gefangen. Schnell wussten die Jugendlichen, was zu tun ist. Ein Teil der Gruppe kümmerte sich um das Aufstellen der Leitern, damit der Angriffstrupp über diese auf den Balkon zur verletzten Person vordringen konnte. Die Person wurde versorgt und dann herabgelassen. In der Zwischenzeit bekämpfte ein weiterer Teil der Gruppe den Flächenbrand. Auch dieser Einsatz konnte somit schnell über die Bühne gebracht werden.

Im Anschluss an das Mittagessen um 12:00 Uhr gab es eine ausgedehnte Pause. Doch auch diese Pause wurde mit dem ertönen der Sirene beendet. Gegen 13:30 Uhr wurde die Jugendfeuerwehr Elmshausen auf das Gelände der Firma Roth gerufen. Vor Ort zeigte sich, dass eine Person bei einer Explosion eines unbekannten Stoffes verletzt wurde und noch im Gefahrenbereich lag.  Auch hier wurde schnell gehandelt. Unter Atemschutz wurde zunächst die verletzte Person aus dem Gefahrenbereich transportiert, um anschließend die giftigen Dämpfe mit Sprühstrahl einzudämmen.

Nachdem, zurück im Gerätehaus, Fahrzeuge und Hallen gereinigt wurden, folgte das Highlight der 24 Stunden. Gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren aus Buchenau und Allendorf sowie der Jugendgruppe des THW aus Biedenkopf war eine gemeinsame Übung geplant worden.

Das Szenario sah vor, dass Elmshausen von einem Erdbeben getroffen wurde. Dabei kam es sowohl zu einem größeren Brand als auch zur Einklemmung einer Person unter zwei Betonplatten. Die Jugendfeuerwehr Elmshausen begab sich dabei zur Brandbekämpfung, während die Wasserversorgung über eine größere Distanz durch die Jugendfeuerwehr Buchenau sichergestellt wurde.

Auch die Jugendfeuerwehr Allendorf war für die Brandbekämpfung zuständig. Sie erhielten ihr Wasser allerdings von der Gruppe 1 des THW Biedenkopf. Dabei musste eine große Distanz überwunden werden, wozu die Jugendlichen zwei Behälter nutzten, um von einem Hydranten in der Ortsmitte das Wasser in einen dieser Behälter und von dort aus weiter zu pumpen.

Die zweite Gruppe des THW kümmerte sich in der Zeit um die eingeklemmte Person. Die Jugendlichen gingen hierbei sehr professionell vor und stabilisierten die verletzte Person zunächst. Mithilfe diverser Hebekissen konnten die Betonplatten angehoben und so die Person vorsichtig befreit werden. Nach etwa 1,5 Stunden war auch diese größere Übung abgearbeitet. Die Jugendlichen aller beteiligten Wehren und des THW gingen nun zum gemütlichen Teil über und ließen den Tag bei einer kühlen Cola und frisch gegrillten Würstchen ausklingen.

Die Jugendfeuerwehr Elmshausen bedankt sich bei allen Helfern sowie den teilnehmenden Jugendfeuerwehren und dem THW Biedenkopf. Alle hatte sichtlich Spaß an der Aktion, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die Jugendfeuerwehr im nächsten Jahr wieder einen solchen Tag durchführen wird.

Christoph Saffrich
Jugendwart

Zeitungsbericht vom 27.05.2014

Mittelhessen.de                                                                                   27.05.2014 

                                                                                       VON SASCHA VALENTIN

 

Region Hinterland und Marburg

24 Stunden lang im Einsatz

JUGENDFEUERWEHR Brände gelöscht, Vermisste gesucht, Verunglückte befreit

Dautphetal-Elmshausen. Einen Tag im Leben eines Berufsfeuerwehrmannes haben die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Elmshausen erlebt. Von Freitag- bis Samstagabend mussten sie gleich sieben verschiedene Übungen vom Verkehrsunfall bis zum Gebäudebrand absolvieren.

Ziel sei es, den Jugendlichen die große Bandbreite der feuerwehrtechnischen Einsatzgebiete zu vermitteln, erklärte Elmshausens Jugendfeuerwehrwart Christoph Saffrich. Entsprechend breit hatte er die Übungsszenarien gesteckt und schickte die Teilnehmer gleich zu Beginn des Aktionstages los, um eine verunglückte Person aus ihrem Auto zu befreien, das sie gegen einen Baum gesetzt hatte. In die Rolle des Opfers schlüpfte dabei Wehrführer Marco Werner, der sich nicht nur die linke Gesichtshälfte blutig geschminkt, sondern vom Unfallwagen aus auch noch eine deutlich erkennbare Ölspur gelegt hatte - mit einem Gemisch aus Sonnenblumenöl und Kakaopulver. Das Szenario solle möglichst realistisch sein, sodass die Jugendlichen auch einen Lerneffekt haben, erklärte er.

In diesem Fall mussten sie also die verletzte Person aus dem Auto befreien, nach den Regeln der Ersten Hilfe versorgen und sich auch um den ausgetretenen Gefahrstoff kümmern. Nach einem kleinen Hinweis Saffrichs schnappten sie sich den Sack mit den Sägespänen, streuten diese auf die Ölspur und kehrten anschließend beides zusammen.

Nach der ersten erfolgreich absolvierten Aufgabe dauerte es gerade einmal knapp zwei Stunden, bis die Brandschützer erneut ausrücken mussten. Diesmal war ein Reiter im Wald vom Pferd gestürzt und hatte sich dabei einen Knochenbruch zugezogen. Die Jugendlichen mussten nun eine Suchkette bilden, um den Verletzten im Dickicht zu finden.

Selbst in der Nacht fanden die Helfer keine Ruhe. Um kurz nach 3 Uhr ertönte der Alarm erneut und weckte die Jugendlichen. Die Ernüchterung kam kurze Zeit später: Wie es auch im echten Feuerwehralltag manchmal passiert, handelte es sich bei diesem Einsatz um einen Fehlalarm.

Den Höhepunkt des 24-Stunden-Einsatztages bildete zum Finale eine Großübung, an der neben dem Elmshäuser Brandschutznachwuchs auch die Jugendwehren aus Allendorf und Buchenau sowie das Technische Hilfswerk mitwirkten. Gemeinsam mussten sie einen Großbrand in Form eines riesigen Haufens lodernder Äste und Holzpaletten löschen, die Horst Jammer mit seinem Bagger aufgetürmt hatte. Dazu mussten die Einsatzkräfte eine lange Schlauchleitung legen, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Die Helfer des THW hatten darüber hinaus die Aufgabe, eine unter schweren Betonplatten eingeklemmte Person zu befreien, wobei ihre Hebekissen zum Einsatz kamen, um an den Verletzten heranzureichen.

Begleitet hat die Jugendlichen den ganzen Tag über eine Filmkamera, sagte Marco Werner. Das aufgenommene Material werde nun zu einem Film zusammengeschnitten, den anschließend jeder Teilnehmer als bleibende Erinnerung an den Berufsfeuerwehrtag geschenkt bekommt.

Hinterländer Anzeiger

vom 28.05.2014